Bei Blähungen handelt es sich um eines der häufigsten Symptome, welche in Zusammenhang mit funktionellen Darmerkrankungen stehen. Darüber hinaus leidet heute etwa ein Drittel aller Deutschen unter diesem Symptom. Dabei gibt es keine klare Beschreibung, was wir im Alltag unter Blähungen verstehen. In der Regel verbinden wir diesen Begriff mit Luftansammlungen im Magen-Darm-Trakt, welche sogar zu einem Spannungsgefühl führen können. Unter medizinischen Gesichtspunkten bezeichnet man diesen Zustand als so genannten Meteorimus. Wenn durch diese Verdauungsprobleme zu einem aufgeblähten Bauch führen, so kann man auch von einer abdominellen Distension sprechen.

Darüber hinaus wird in der Umgangssprache auch ein übermäßiges Pupsen als Blähungen bezeichnet, wobei unter medizinischen Gesichtspunkten dieser Ausstoß von Gasen des Darms aus dem Rektum als Flatulenz bezeichnet wird. Dabei können die beiden Zustände der Flatulenz und der Meteorismus in Verbindung oder unabhängig voneinander auftreten. Im folgenden Artikel haben wir für Sie weitere Informationen, die in Zusammenhang mit Blähungen stehen, zusammengetragen.

Wie hoch ist der Gasgehalt Ihres Darms im Durchschnitt?

Wenn Sie nüchtern sind, dann befinden sich in Dünn- und Dickdarm insgesamt etwa 200 ml an Gasen. Dies bezeichnet man auch als Darmgasvolumen, welche mit verschiedenen Messmethoden bestimmt wurde. Dabei kann nicht bei allen Menschen, die das Gefühl haben, dass sich mehr Luft in Ihrem Darm befindet, ein erhöhtes Darmgasvolumen gemessen werden. Dies begründet sich durch eine vergrößerte Empfindlichkeit der Darmwand in Bezug auf den inneren Druck (viszerale Hypersensitivität).

Wie hoch ist die normalerweise ausgestoßene Gasmenge?

Die Ernährungsweise hat einen großen Einfluss auf die durchschnittlich ausgestoßene Gasmenge eines Menschen. Im Mittel pupst jeder Mensch am Tag etwa 700 ml, wobei diese Menge im Bereich von 0,5 bis 1,5 l schwanken kann. Gesunde Menschen geben bei einer durchschnittlichen Ernährung rund zehn bis zwanzig Pupse pro Tag an. Dabei kann die produzierte Gasmenge pro Stunde (im Durchschnitt 15 ml/Stunde) auf bis zu 180 ml ansteigen, zum Beispiel, wenn Sie ein bohnenreiches Gericht zu sich nehmen.

Man zieht für eine sichere Diagnose von funktionellen Blähungen die so genannten ROM-III-Kriterien heran. Diese umfassen:

Innerhalb der vergangenen drei Monate muss für mindestens drei Tage eine Aufblähung von außen sichtbar sein und dieses Gefühl des Patienten bestanden haben

Die anderen Symptome, die festgestellt werden, lassen keine Diagnose anderer funktioneller Darmerkrankungen oder eines Reizdarm-Syndroms zu

Warum können die Gase nicht abgegeben werden?

In nahezu allen Fällen setzen sich die Gase im Dick- und Dünndarm aus fünf verschiedenen Einzelgasen zusammen. Dabei handelt es sich um Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, CO2 und Methan. Dabei handelt es sich bei den beiden letztgenannten auch um Treibhausgase. Werden größere Mengen an Gasen freigesetzt, so nimmt der Stickstoffanteil im Allgemeinen ab und der Treibhausgasanteil zu.

Sauerstoff (O2) 0–11%
Stickstoff (N2) 11–92%
Wasserstoff (H2) 0–86%
Kohlendioxid (CO2) 3–54%
Methan (CH4) 0–56%

Warum riechen die ausgestoßenen Gase so unangenehm?

Die Geruchsentwicklung ist in der Regel die Konsequenz der bakteriellen Gärung in Ihrem Darm. So kann sich bei diesem Prozess zum Beispiel H2S (Schwefelwasserstoff) bilden, falls zum Beispiel bestimmte verdaut werden. Dieses Gas ist, neben weiteren chemischen Verbindungen, die häufig ebenfalls Schwefel enthalten, der wichtigste Grund für den unangenehmen Geruch der bei Blähungen ausgestoßenen Gase.

Welches sind die häufigsten Gründe für eine übermäßige Gasmenge in Ihrem Bauch?

Im Allgemeinen gelten die drei folgenden Gründe als die wichtigsten Ursachen für einen übermäßigen Gasgehalt in Ihrem Bauch:

  1. Eine übermäßige Produktion von Gasen durch Darmbakterien: Bei der bakteriellen Fermentation (Gärung) von bestimmten Lebensmitteln entsteht mehr Wasserstoff und Methan (wie zum Beispiel durch Methanobrevibacter smithii), wodurch Blähungen entstehen oder gefördert werden können.
  2. Ein behinderter Austausch von Gasen in Ihrem Darm: Durch den Blutkreislauf kann ein Teil der im Darm entstehenden Gase abtransportiert werden, wenn diese in Ihr Blut diffundieren können. In der Konsequenz können diese in die Lunge transportierten Gase leicht wieder ausgeatmet werden. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum die Diffusion vermindert oder unterbrochen sein kann, zum Beispiel durch einen behinderten Bluttransport in Ihrem Pfortadersystem.
  3. Die so genannte Aerophagie: Davon spricht man, falls Sie deutlich mehr Luft als allgemein üblich bei der Nahrungsaufnahme verschlucken. Dafür können zum Beispiel das Rauchen, das Trinken durch einen Strohhalm, kohlensäurehaltige Getränke, das Kauen von Kaugummis und ein zu schneller Trinken und Essen verantwortlich sein.

Bei welchen Krankheiten kann es außerdem zu Blähungen kommen?

Neben den oben genannten Ursachen können auch Funktionsstörungen Ihres Magen-Darm-Trakts zu einem aufgeblähten Bauch führen. Zu diesen als funktionelle Darmerkrankungen bezeichneten Störungen gehören unter anderem die noch wenig untersuchten Reizdarm- und Reizmagensyndrome. Dabei geht man jedoch davon aus, dass eine pathologische Veränderung der Darmflora (also der Besiedlung mit komensalen Bakterien) die Ursache der Blähungen bei diesen funktionellen Darmerkrankungen ist. Weitere Krankheiten, die in Zusammenhang mit Blähungen stehen, sind:

  • Eine verminderte Aufnahme von Kohlehydraten
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Chron
  • Verschiedene Arten von Essstörungen
  • Chronische Verstopfungen
  • Gluten-Unverträglichkeiten, auch als Zöliakie bezeichnet
  • Pathologische Fehlbesiedlungen Ihres Darms
  • Störungen der Darmmotilität
  • Das so genannte Gallensäureverlustsyndrom

Welch Art von Untersuchungen kann Ihr Arzt durchführen, wenn Sie an Blähungen leiden?

Obwohl Blähungen im Allgemeinen eher harmlos sind, ist es bei anhaltenden Beschwerden wichtig, die Ursachen zu ermitteln, weil schwere Krankheiten dahinterstecken können. Dies gilt vor allem dann, wenn die Beschwerden so schwer sind, dass diese Ihre Lebensqualität negativ beeinträchtigen. Der Arzt ist in der Lage zu erkennen, welche Grunderkrankung die Symptome verursacht und kann entsprechende Behandlungen empfehlen. Dabei hat er verschiedene Untersuchungstechniken zur Verfügung:

  • Anamnese: In Bezug auf Ihren Stuhlgang und Ihre Ernährung
  • Blutuntersuchungen: Leberwerte, großes Blutbild, Glukosespiegel
  • Ultraschall: Der Bauchorgane
  • Körperliche Diagnostik: Vor allem ein Abtasten Ihres Bauchraums
  • Darmspieglung: Ileo- und Koloskopie
  • Atemtests: H2-Nachweis für den Nachweis von Unverträglichkeiten in Bezug auf Sorbit, Laktose und Fruktose
  • Speiseröhren-, Magen- und Zwölffingerdarmspiegelung: Eventuell mit der Entnahme von Biopsien
  • Kontrastmittelröntgen des Dickdarms: Nach einem Einlauf mit Kontrastmittel

Was können Sie selbst gegen Blähungen unternehmen?

Wenn Sie häufig unter Blähungen leiden, dann fragen Sie sich mit Sicherheit, welche Möglichkeiten Sie haben, etwas gegen diese Probleme zu unternehmen. Im folgenden Abschnitt haben wir Ihnen einige Möglichkeiten zusammengestellt, welche Ihnen Abhilfe bieten können. Dazu gehören:

  • Die Reduktion der Essgeschwindigkeit: Dadurch gelangt weniger Luft in den Darm
  • Meiden von kurzen Kohlehydraten und Zuckeralkoholen: Diese werden leicht von den Darmbakterien vergoren, sodass mehr Gas entsteht
  • Vermeiden Sie eine unregelmäßige Nahrungsaufnahme: Meiden Sie zu große Portionen und das späte Essen
  • Bewegung: Durch die körperliche Bewegung wird die Darmmotalität verbessert
  • Essen Sie weniger Ballaststoffe: Die unverdaulichen Stoffe können von den Darmbakterien fermentiert werden
  • Vermeiden Sie das Kaugummikauen sowie Getränke mit Kohlensäure: Dadurch gelangt weniger Luft in den Bauch

Je nach der zugrundeliegenden Erkrankung können Ihnen zudem bestimmte Medikamente Abhilfe schaffen. Dazu gehören zum Beispiel auch Medikamente für das Reizdarmsyndrom.

BSp.: Liadin® Reizdarm aus der Apothoke.  Das Medizinprodukt aus der Apotheke ist speziell zur Behandlungen von Symptomen des Reizdarmsyndroms und hilft Blähungen zu reduzieren.

Welche Nahrungsmittel sollten Sie meiden, weil diese Blähungen verursachen können?

Es gibt eine ganze Reihe an Lebensmitteln, welche dazu führen können, dass sich mehr Gas in Ihrem Magendarmtrakt ansammelt. Diese Nahrungsmittel umfassen zum Beispiel:

  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • Rosenkohl
  • Rosinen
  • Vollkornprodukte
  • Pflaumen
  • Bestimmte Hülsenfrüchte, wie Bohnen, Erbsen und Linsen
  • Weizenkleie

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann Ihnen nur einen Eindruck vermitteln. Im Internet finden Sie weitere Auflistungen, welche Ihnen genauere Informationen zu einzelnen Nahrungsmitteln bieten können